
Anthropic-CEO Dario Amodei warnt: 50% der Einstiegsjobs könnten bald wegfallen. David Lott analysiert die Zukunft der Arbeit mit KI und was Entscheider jetzt tun müssen.

David Lott
am
23.12.2025
Zukunft der Arbeit mit KI: Sterben die Einstiegsjobs aus?
Nimmt uns die KI unsere Jobs weg? Nein, sicher nicht alle. Aber wenn wir den aktuellen Warnungen aus dem Silicon Valley Glauben schenken, steht der klassische "Einstiegsjob", wie wir ihn kennen, kurz vor dem Aussterben.
Als Gründer, der sich täglich mit Cybersicherheit und souveräner KI beschäftigt, sehe ich das immense Potenzial dieser Modelle. Aber ich sehe auch die Disruption, die auf uns zurollt. Die jüngste und vielleicht deutlichste Warnung kommt von Dario Amodei, dem CEO von Anthropic. Und anders als der übliche Hype, ist seine Prognose konkret, zeitgebunden und für viele Entscheider unbequem.
Sie haben wenig Zeit? Hier erkläre ich das Thema in Kürze:
Die 5-Jahres-Frist für repetitive Arbeit
Amodei nahm in seinen jüngsten Interviews kein Blatt vor den Mund. Er prognostiziert: Innerhalb der nächsten 1 bis 5 Jahre könnten viele repetitive Einstiegsjobs einfach... wegfallen. Wir sprechen hier nicht von Robotern in der Fabrikhalle. Wir sprechen von Junganwälten, Verwaltungsangestellten und dem Finanzsektor.
Die Logik dahinter ist knallhart, aber schlüssig: Junior-Rollen bestehen oft aus Dokumentenprüfung, Datensynthese und dem Verfassen von Standardtexten. Das sind Aufgaben, die zwar variabel, aber im Kern repetitiv sind – genau der Bereich, in dem Large Language Models (LLMs) heute schon exzellent sind.
Wenn ein Modell einen Vertrag in Sekunden für den Bruchteil eines Cents prüfen kann, bricht der Business Case für einen Junior Associate, der stundenweise abrechnet, zusammen. Aber Amodei setzt noch einen drauf: Er behauptet, dass viele CEOs KI gar nicht primär wollen, um ihre Mitarbeiter zu 'unterstützen' (augment). Sie wollen Kosten senken. Also: Personal abbauen.
Die Spaltung der Branche: Augmentation vs. Ersetzung
Diese Aussage spaltet die Tech-Welt. Auf der einen Seite stehen die Optimisten (und diejenigen, die ihren Aktienkurs schützen müssen). Nvidia-CEO Jensen Huang winkt ab und argumentiert, dass sich Jobs nur verändern werden. Sam Altman von OpenAI sieht das ähnlich – es würden einfach neue, bessere Rollen entstehen.
Auf der anderen Seite stehen die Realisten. Ford-CEO Jim Farley rechnet damit, dass "buchstäblich die Hälfte" derüro-Jobs ersetzt wird.
Wer hat Recht? Aus meiner Perspektive als Stratege liegt die Wahrheit in der Mitte, aber näher an der Disruption, als es uns lieb ist. Wir stehen nicht vor einer totalen Job-Apokalypse. Aber wir stehen vor einem massiven Wandel der Zukunft der Arbeit mit KI.
Der neue Skill: Vom "Abarbeiten" zum "Managen"
Was bedeutet das konkret für uns als Führungskräfte und für die Talente, die wir einstellen?
Wir müssen aufhören, Menschen darauf zu trainieren, repetitive Aufgaben schnell zu erledigen. Geschwindigkeit bei Standardaufgaben ist kein menschlicher Wettbewerbsvorteil mehr. Der neue Skill ist nicht mehr das Abarbeiten selbst – sondern das Managen der KI, die diese Aufgaben erledigt.
Ein "Junior" wird in Zukunft nicht mehr jemand sein, der E-Mails entwirft oder Excel-Tabellen befüllt. Ein Junior wird jemand sein, der:
Drei verschiedene KI-Agenten orchestriert, um einen komplexen Workflow abzubilden.
Den Output auf Halluzinationen und Fehler validiert.
Die Sicherheitsimplikationen der Daten versteht, mit denen er das Modell füttert.
Genau hier wird das Thema Souveräne KI kritisch. Wenn sich Ihre Belegschaft vom Produzenten zum KI-Manager wandelt, wird die verwendete Plattform zu Ihrer kritischsten Infrastruktur. Sie können die Zukunft Ihres Unternehmens nicht auf einer "Black Box" aufbauen, die Ihr geistiges Eigentum zum Training auf US-Server schickt. Schatten-IT wird in diesem Szenario zum existenzbedrohenden Risiko.
Was IT-Entscheider jetzt tun müssen
Wenn Amodei Recht behält – und der Zeitrahmen sind 1 bis 5 Jahre –, haben wir keine Zeit für eine "Abwarten und Tee trinken"-Strategie.
Junior-Rollen neu definieren: Stellen Sie nicht mehr nach Auswendiglernen ein. Suchen Sie nach kritischem Denken und Systemverständnis.
Infrastruktur sichern: Da KI zum Motor Ihrer Einstiegsarbeit wird, stellen Sie sicher, dass dieser Motor sicher ist. Die Nutzung öffentlicher, ungesicherter KI-Tools für Unternehmensstrategien ist fahrlässig.
Fokus auf den "Manager-Skillset": Schulen Sie Ihr Team nicht nur darin, "wie man ChatGPT nutzt", sondern wie man KI-Ergebnisse evaluiert, verifiziert und sicher in Geschäftsprozesse integriert.
Die Jobs verschwinden nicht einfach; sie entwickeln sich zu etwas mit höherer Hebelwirkung. Die Frage ist: Ist Ihre IT-Infrastruktur bereit, diese Entwicklung sicher abzubilden?
Sind Sie bereit für die sichere KI-Transformation? Überlassen Sie Ihre Datensouveränität nicht dem Zufall, während Sie Ihre Prozesse automatisieren.
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